Freitag, 19. November 2010

Logistics Talks mit Christoph Kalt



Viele KMU sind sich der Bedeutung der ständigen Weiterbildung in den Bereichen Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz nicht bewusst.

Donnerstag, 2. August 2007

LOGISMATIK in der Schweiz, was tun andere Länder?

Wenn jemand den Fachausdruck „Logismatik“ im Duden sucht findet er ihn nicht. Wer einen Bericht über ihn schreibt, dem zeigt das Autokorrekturprogramm einen Fehler an. Und trotzdem gibt es die Logismatik ... .

Immer wieder kann gelesen werden, dass Firmen riesige finanzielle Investitionen in die Informatik tätigen und schlussendlich weder Geld gespart noch eine höhere Produktivität erreicht haben. Würden gewisse Rahmenbedingungen beachtet, liessen sich die Wertschöpfungseffekte wesentlich verbessern.

Wo aber liegen die Wurzeln dieses Problems?
Die Risiken bei der Einführung von Informatik-Projekten sind grundsätzlich bekannt und trotzdem zeigen Beobachtungen in der Praxis, dass viele Unternehmen bei der Planung und Realisierung die gleichen Fehler machen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören: Je komplizierter eine Informatiklösung ist, desto weniger taugt sie in der betrieblichen Praxis. Mit der neuesten Technologie wird noch kein Wert geschaffen – ausser für die Berater. Das Management der IT muss in der eigenen Firma bleiben – ein Know-how-Verlust kann die Existenz gefährden. Die angestrebte Produktivität muss gemessen werden können – eine Kontrolle der Prognosen der Projektteams ist ein MUST.

Wie läuft es in der Praxis ab?
In der Firma werden Evaluationen für neue Lösungen durchgeführt. Die Ziele sind bekannt, die Problemfelder identifiziert und die Anforderungen definiert. Die Vertreiber technischer Neuerungen versprechen die vorhandenen Probleme mittels komplexesten Massnahmen schwinden zu lassen. Man glaubt ihnen. So versuchen die Unternehmen durch die Verbesserung der Produktivität und durch technischen Fortschritt an die wirtschaftliche Spitze zu gelangen. In der Konzeptphase gibt es bereits Erkenntnisse. Es gibt erste Veränderungen innerhalb der Kernprozesse, neue Funktionen werden geschaffen. Man sieht es am Horizont - es wird viel anders, aber wird es besser? Spätestens in der Abschlussphase dann die ernüchternde Bilanz und immer wieder die gleichen Resultate: Die Wünsche aus dem Tagesgeschäft entwachsen, sind zwar rein technisch realisiert worden, ziehen aber Probleme nach sich – finanziell weil zu komplexe Prozesse abgebildet werden mussten und später in der Akzeptanz beim Benutzer, weil er jetzt den Durchblick nicht mehr hat.

Was braucht eine Firma?
Die Firma braucht also jemanden, der beurteilen kann, welche direkten Folgen in den Prozessen entstehen können, wenn ein neues System entwickelt und eingeführt wird. Er soll die Chancen und Risiken abschätzen können und damit Garant sein für die Aufrechterhaltung des täglichen Geschäfts.Deshalb soll er den Betrieb mit seinen Eigenheiten und Bedürfnissen besonders gut kennen. Seine praktische und theoretische Erfahrung als Logistiker helfen ihm dabei. Auch unabdingbar ist Vertrautheit im Informatikbereich. Diese ermöglicht ihm den konkreten Umgang mit Systemen und Applikationen. Er soll Logistik und Informatik verbinden können, das heisst die Firma braucht einen Logismatiker.

Welches Handwerkszeug benötigt der Logismatiker?
Der Logismatiker soll sich nicht nur auf die innerbetrieblichen Aspekte konzentrieren, sondern offen sein für die Bedürfnisse der Märkte auf der Absatz- resp. Beschaffungsseite seines Unternehmens.Es hat ein gutes Fachwissen in Logistik und Informatik. Um als praxisbezogener Logismatiker agieren zu können, der IT-Projekte plant, steuert und einführt, muss die Fähigkeit vorhanden sein mit der Toolbox des Projektmanagement zu arbeiten. Er kann ein Pflichtenheft erstellen, kennt sich in Fragen der Organisation, Finanzen und Ausbildung aus. Erst jetzt kann er als Bindeglied die Verantwortung für die Ausarbeitung und Umsetzung solcher Projekte übernehmen, um in verschiedenen Rollen zwischen Logistik und Informatik tätig zu sein. In Informatikprojekten seiner Firma vertritt er primär die Kernprozesse. Seine Funktion umfasst die Durchführung von Evaluationen (für Soft- und Hardware, sowie für andere Betriebsmittel), Analysen zu verschiedenen Problemstellungen und Machbarkeitsstudien. Teil der Arbeit ist immer wieder auch das Erarbeiten oder Anpassen von Konzepten.

Und es gibt ihn doch – den Logismatiker
Seit dem Sommer 2001 gibt es in der Schweiz eine eidgenössische Höhere Fachprüfung für den „dipl. Logismatiker/in“, die vom BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) anerkannt ist. Das Bildungszentrum der SGL (eine Division von GS1 Schweiz) bietet Interessierten einen Vorbereitungslehrgang an. Die Ausbildung spricht folgende Berufsgruppen resp. Funktionen an: Logistikleiter, Produktionsleiter, Betriebstechniker, Leiter Distribution / Transport / Spedition, Einkaufsleiter / Leiter Beschaffung und Disposition, Supply Chain Manager, Leiter Verteilzentrum, etc.
Logismatik ist eine neue Disziplin. Eine Ausbildung für die Zukunft, denn die Logistik und die Informatik wachsen immer mehr zusammen.

Ausbildungsbedürfnisse in Europa?
Mich würde es interessieren, ob es in Europa ein Ausbildungsbedürfnis für den Logismatiker gibt.